Die aktuelle Zulassungsstatistk / Fahrzeugbestand beim KBA

Der Kommentar zur Zulassungsstatistik und einen Link zu den Zahlen im Mitgliederbereich

 

W123-Freunde wissen mehr: 

Die aktuelle Zulassungsstatistik finden Mitglieder im internen Bereich unter <Zulassungsstatistik.pdf>. Die Zahlen werden automatisch zum Ende des ersten Quartals ermittelt und stehen den Mitgliedern kostenlos zur Verfügung.

 

Kommentar zu den Bestandszahlen des KBA im Jahr 2009:

Der Bestand an zugelassenen Fahrzeugen in Deutschland der Baureihe W123 stabilisiert sich langsam und besonders im Bereich der alten Herstellernummer (0009) fand bei einigen Modellen sogar eine Erhöhung des bis dahin stets abnehmenden Bestands statt. Immer häufiger werden Fahrzeuge aus Ihrem „Dornröschenschlaf“ erlöst oder direkt von der 07er-Nummer auf das H-Kennzeichen angemeldet.

Dies ist der erste Jahrgang wo wir die Zahlen effektiv mit dem Vorjahr vergleichen können. Denn seit dem letzten Jahr bekommen wir nur noch fließenden Verkehr, sprich die aktuell zugelassenen Fahrzeuge inkl. Saison-Kennzeichen, gemeldet (Fahrzeuge auf 07er-Nummer zählen nicht dazu). Hintergrund ist das neue (vereinfachte) Zulassungsrecht, das seit dem 01.03.2007 in Kraft ist.

Wenn die Abwrackprämie 2009 nicht zuschlagen hätte, würde ich behaupten, dass der W123 die Talsohle endlich erreicht hat und es nur noch minimale Änderungen in den Bestandzahlen geben würde. Dies muss jedoch nicht unbedingt so sein. Es stapeln sich allerorts nicht nur „abwrackwürdige“ Kandidaten, sondern auch Autos, die sehr wohl abgasbereinigt, unverbraucht und völlig intakt sind. Selbst seltene Youngtimer sind darunter, die die Szene sofort retten und erhalten würde. Und das bei allen Altersgruppen und Fabrikaten. All diese Autos sind unwiederbringlich verloren. Da heulen selbst die üblichen Auto-Aufkäufer, die diese Autos gerne zur Aufwertung ihres eigenen Fahrzeugbestandes in ihrem Heimatland übernommen hätten. Aber auch für sie sind diese Autos unwiederbringlich verloren.

Menschen, die mit dieser Thematik täglich umgehen, reagieren auf solchen umweltschädlichen Unfug natürlich mit Unverständnis. Aber brechen wir eine Lanze für den Ottonormalautofahrer. Jahrelang hält er an seinem Auto fest und macht sich wenig Gedanken, was sein Auto in der realen Welt überhaupt für einen Wert darstellt. Über die Jahre stellt sich das eine oder andere Zipperlein ein.

Gespräche mit dem Autohändler laufen immer gleich ab „Für ihr altes Auto kann ich leider nur 500 € geben, aber nur weil Sie ein guter Kunde sind. Ihr Auto ist leider …“  Und dann kommen die Gründe  „ ,,,zu alt“, „…hat zu viele Kilometer“, „…hat die falsche Farbe“ oder „es ist grad der falsche Zeitpunkt.“ „Vielleicht gebe ich ihnen auch etwas mehr, wenn Sie ein neues Auto kaufen.“ Der Ottonormalautofahrer bleibt standhaft. Oft über Jahre. Irgendwann kommt der Punkt, wo ihm die Werkstatt seines Vertrauens erzählt, dass die Werkstattkosten dem vermeintlichen Wert des Fahrzeugs bedrohlich Nahe kommen oder gar übersteigen. Die Medien streuen täglich noch Salz in die bereits offene Wunde und degradieren jedes und alle alten Autos zum Stinker. Sie rechnen scharf, aber durch die eigenen Werbeeinahmen leider nicht ganz neutral vor, dass es sich nicht lohnt ein altes Auto zu behalten. Neue Autos sind das Maß aller Dinge. Im Kreise der Kollegen kommen besonders für Dieselfahrer ein paar Spitzen „Na, keine grüne Plakette bekommen“ Der selbstauferlegte Leistungsdruck im Wettrüsten in der Nachbarschaft erledigt den Rest. Der Druck für den Ottonormalautofahrer steigt. Die Umweltzonen sperren ganze Fahrzeuggruppen aufgrund der Plakettenfarbe aus. Keine freie Fahrt mehr für freie Bürger. Auch wenn man dort sowieso nie gefahren wäre, es könnte ja auch hier bald soweit sein. Und der Ottonormalautofahrer kommt ins Grübeln. Und plötzlich gibt es 2500,- €. Ohne Handeln und einfach so. Für den Ottonormalautofahrer ist es ganz einfach, ganz so als wenn er sein Auto in Zahlung geben würde. Es tut nicht weh, reißt kein Loch ins Budget und der Familienrat ist zufrieden.

Hätte er sein Fahrzeug auf dem freien Markt verkauft, hätte u. U. sogar mehr für das Fahrzeug bekommen. Aber der Mensch ist bequem oder hat andere Gründe für sein Handeln. Für den Ottonormalautofahrer ist die Welt wieder in Ordnung. Dass das neue Fahrzeug deutlich mehr kostet wie das alte Fahrzeug als es Neu war wird ignoriert oder einfach hingenommen. Schließlich wird alles teurer und der Neue „hat ja auch alles“ was der Alte nicht hatte oder sogar Dinge, die man jahrelang nicht mal vermisst hat oder gar wusste, dass so was überhaupt gab. Manchmal lockt auch die vermeintliche 0% Finanzierung oder der Super-Sonder-Nur-Dieses-Wochenende-Extra-Bonus den verwirrten Autokäufer. Da hat jeder Autokäufer sicher so seinen ganz persönlichen Grund und da wir als Menschen in diesem Land freie Entscheidungen treffen dürfen, dürfen wir zwar mit Unverständnis und Bedauern reagieren, aber nicht kritisieren.

In Afrika jedoch fahren weiter ungereinigte Autos durch die Gegend. Die dortigen Bewohner würden sicher auch gerne gereinigte Abgase haben und die aufgewendete Produktionsenergie könnte durch die längere Nutzung auch effektiver genutzt werden. Soll aber nicht so sein. Und wer hat jetzt was davon Die heimische Autoindustrie, die Arbeitsplätze im eigenen Land sichert Nö, denn deren Autos sind auf dem heimischen Markt viel zu teuer, so dass das Gros der Fahrzeuge belegbar von ausländischen Hersteller abgesetzt wird. Also nix mit Arbeitsplatzsicherung. Allenfalls für Autoverwerter könnte das ganze lohnenswert sein. Aber warum Ersatzteile für Autos ausbauen und lagern, die niemand mehr fährt

Schade eigentlich. Und was gibt es im Jahr 1 nach der Abwrackprämie Schauen wir mal …

Dieser Artikel ist in der Flair-Ausgabe 02-2009 erschienen