Sommertreffen 2009 - 10 Jahre VFW123 - Das Jubiläumstreffen in Stuttgart

Sommertreffen 2009 - von Jörg Ewering

Seit 10 Jahren fahren wir nun schon jedes Jahr an eine schöne Ecke in Deutschland. So auch dieses Jahr.  Die VFW 123 Sommertreffen sind ein muss für jeden W 123 Fan.

Das Team vom Stammtisch Stuttgart hatte sich der Herausforderung angenommen, ein dem 10-jährigen Jubiläum des VFW 123 e.V. gebührendes Fest auf die Beine zu stellen, was dem Team zweifellos gelungen ist. Und wie der Zufall es wollte, kam zum 10-jährigen Vereinsgeburtstag auch noch der Geburtstag von Sven am Freitag hinzu, passender konnte es nicht sein.

Im Frühjahr trudelte das Anmeldeformular bei mir durch den schmalen Schlitz in den Kasten.Da ich selber schon einige Treffen mitorganisiert habe, weiß ich, dass sich das Orga-Team auf die Anmeldungen freut und nichts ist Nervenzerrender als sehnsüchtig auf die Anmeldebögen zu warten, damit man alleine die eine Antwort haben wollen zufriedenstellen kann. Das Hotel will endlich wissen, wie viele Zimmer gebraucht werden, werden zu wenig benötigt, stimmt die Kalkulation nicht usw..

Also habe ich prompt meinen Zettel mit besten Gewissen ausgefüllt, bei der Frage mit welchem Auto ich komme, lieber Sven verzeih mir, aber das weiß ich so lange im Voraus nicht. Soll ich mit Mercedes, BMW oder Audi (die feiern schließlich 100 Jahre) kommen,, oder doch besser mit dem Motorrad? Tja ja die Wahl der Qual. Also schrieb ich auf den Anmeldebogen frech ich komme mit einem Audi. Es dauerte nicht lange, da läutete das Telefon, am anderen Ende der Leitung war Sven. Er fragte etwas verwundert nach „Du kommst mit einem Audi??? Nicht mit einem Mercedes??? Und das in die Region von Stuttgart, das Mekka aller Sternchen auf den Straßen. Und du willst damit vor dem Museum vorfahren??" Ich versprach Sven, dass ich meine Fahrzeug-Entscheidung noch mal überdenken werde. Warum eigentlich nicht mit einem Audi vorfahren, schließlich hatte ja Audi mal einige Jahre zum Mercedes-Konzern gehört, bevor sie die Nobelmarke an VW verkauft haben. Hätte Mercedes das nicht gemacht, hätten sie heute einen ernsten Konkurrenten weniger. Im Nachhinein wäre es doch besser gewesen; ich wäre bei den wolkenbruchartigen Regenfällen mit überschwemmten Straßen mit dem Audi Quattro nicht so falsch motorisiert gewesen.Vielleicht ein anders mal.

Am Freitagvormittag wurden die Koffer gepackt. An diesem Morgen schien wunderschön die Sonne, also
wurde ein Mercedes ausgewählt. Der Wagen wurde noch mal ein wenig von den feinen Staubpartikelchen befreit, ein letzter Technikcheck, Ölstand ok, Wasserstand ok. Etc. Reifen haben ein wenig Druck in den Gummis dann kann eigentlich nichts schief gehen. Meint man. Also traf ich mit Holger und wir machten uns auf den Weg in die Heimat der Sterne. Nach einem kurzen Boxenstopp an der Tanke, schließlich braucht ein Mercedes so einen edlen flüssigen Stoff mit dem Namen Superbenzin. Ohne den Saft streikt er einfach. Nach dem der Tank voll war ging es zügig los, auf der Autobahn A66, A67, A6 und schließlich über die A81gelangten wir wie von einem Magneten angezogen zu einer Stelle, wo noch ein viel größer Stern als der von meinem Fahrzeug gen Himmel empor schaut. Dort angekommen, um die letzte Ecke beim Museum abgebogen, da standen auch schon die ersten auf dem Seitenstreifen. Keine Angst, die hatten keine Panne, die Jungs gehörten zum Orga-Team, wie man es mit riesigen Lettern auf den Rücken der Leute erkennen konnte. Also reihten wir uns auch in die Reihe ein. Kaum sind wir ausgestiegen, kommt eine ganze Meute vom W123 Fahrzeugen um die Ecke, das erste Verkehrschaos war vorprogrammiert. Das letzte Verkehrschaos mit so vielen W123 Fahrzeuge ist schon lange her. Alle nicht W123-lnfizierten hatten nur ein Kopfschütteln übrig, die verstanden diese Situation nicht. Was machen wir jetzt, den Museumshügel mit den alten Fahrzeugen stürmen oder doch lieber warten, nach einigen hin und her stand der Plan endlich fest, alle rauf auf den Hügel, dann eine hin und her bis die Fahrzeuge endlich eine Position zum Parken gefunden hatte, so dass das Orga-Team zufrieden war. Die Zuständigen vom Mercedes-Museum hatten vorgegeben, wie wir parken sollten. Ein paar Zentimeter vor, etwas nach links, ne dann doch nach rechts, etwas wieder zurück. Nachdem Fahrzeuge endgültig standen, wurde die mit unserem Vereinslogo versehenen Pappen unters Auto gelegt. Dann ging es nach einigen ersten Benzingesprächen in Museumsrestaurant um sich für die lange Tour durch das Museum zu stärken. Es wurden Modelle gekauft und anschließend gingen wir durch Museum. Eine Zeitreise der Sterne, einfach wunderbar gestaltet. Passend zu unserem Jubiläum stand noch in einer Etage die Sonderausstellung „ Entwicklung der E-Klasse", eine Sonderschau die alle Vorgänger der neuen E-Klasse zeigt. Es ist sehr interessant zu sehen, wie sich das Design der Fahrzeuge entwickelt hat.

Als Holger und ich mit der Tour durch Museum fertig waren, war auch der Rest der Teilnehmer für das Treffen eingetroffen und der Museumshügel bot eine reichliche Vielfalt an W123 Fahrzeugen verschiedenster Zustände, bis auf die Langversion alle Karosserieformen und jeder Menge verschieden Farben aus den W123 Sortiment. Jedes Fahrzeug ist ein Einzelstück, es gab keinen zufällig doppelt. Der Großteil der Gruppe machte sich auf zur geführten Führung durchs Museum. Wir fuhren zum Hotel ums erstmal dort einzuchecken. Der Regen hatte in der zwischen Zeit den Staub von der Autobahn runter gewaschen und die mühselig gefangen Insekten eingeweicht. Aber irgendwie wollte meiner nicht so richtig weg vom Museumshügel, vielleicht wollte er rein zu den anderen ins Museum. Er nahm auf der Schnellstraße nur noch wenig Gas an und es ging nicht schneller als 80 bis 90km/h. Also schlichen wir zum Hotel. Dort angekommen lautete die Frage nach dem einchecken, wo ist die nächste Mercedes Werkstatt. Eine Ausfahrt weiter und zum Glück waren noch Leute vom Ersatzteillager und der Werkstatt da. Was war passiert. Das Gasgestänge wird an der Stirnwand in einem Gummilager gehalten. Durch das Alter ist es weich und zu nachgiebig geworden, sodass das Gasgestänge sich ausgehangen hatte. Der Monteur machte eine Behelfsreparatur und der Lagerist stellte mit Freude fest, das es ein Ersatzteil in Reutlingen gibt und dieses am Samstag morgen gegen 8 Uhr da wäre. Holger ist mir zur Sicherheit gefolgt, falls ich liegen bleiben sollte, ließ darauf hin auch seine eigenen untersuchen. Bei der Rechtslenkerversion sieht es im Motorraum an einigen Stellen etwas anders aus und Mercedes hatte damals eine ganz anders Variante eingebaut. Somit kann er dieses Problem nicht haben. Beruhigt fuhren wir wieder ins Hotel und unter dem Carport stand unsere übliche Fahrzeugpflege an. Als wir fertig waren, kamen die ändern Teilnehmer auf den Hotelparkplatz. Mittlerweile hatte es auch wieder aufgehört mit dem Regen. Vor dem Abendessen wurde zum Sektempfang in die Hotelvorhalle geladen. Sven grüßte die Teilnehmer und der Stammtisch Stuttgart gratulierten Sven zum Geburtstag. Alle anderen schlössen sich der Runde an. Wie jung der knackige junge Busche geworden ist, das verraten wir hier nicht. Auf jeden Fall ist für weitere Schraubertätigkeit gesorgt. Bosch macht es möglich und der neue Akkuschrauber wir unserem Sven in den nächsten Jahren gut Dienste leisten.

Zum Abendessen war der Restaurantraum für uns eingedeckt, aber eine kleine Ausreisser-gruppe bevorzugte, es draußen zu essen. Der Wettergott schimpfe ein paar mal mit Donnergrollen, behielte aber die Regentropfen noch für sich. Nach dem Abendessen ging es in gemütlicher Runden weiter und er der Abend klang zu später Stunde aus.

Früh morgens gab es für den Wettergott kein Halten mehr und er öffnete seine Schleusen. Für mich galt es früh auf zustehen, zu frühstücken und um acht Uhr bei der Mercedes Werkstatt auf den Hof zu stehen. Es war noch still auf dem Gelände, aber der nette Herr vom Ersatzteillager kam gleich mit dem sehnsüchtig erwarteten Ersatzteil an. Auf die Frage ob man es mal eben einbauen kann, musste der Mensch der die Aufträge für die Werkstatt annahm, erst überzeugt werden. Aber schließlich lenkte er ein. Stolz fuhr ein meinen Wagen in die Werkstatt. Seine Werkstattjungs waren beschäftigt, aber nicht am Benz sondern am privaten Golf. Als musste diese Jungspunds mal am alten Benz schrauben. Nachdem ich Ihnen gesagt hatte, was die tun sollten legte der erste los, als er nicht weiter wusste, musste sein Kumpel mit helfen. Zwischenzeitlich kam ein weiter Werkstattmeister, der mit leuchtenden Augen um mein Coupe schlich und wir kamen sofort ins Gespräch. Er hat selber einen 230CE, aber bei diesem Schittwetter bleibt der daheim. Er war noch nie auf einem W123 Treffen und wir plauderten eine ganze Weile. Nachdem die Jungs es endlich eingebaut hatten und ich bezahlt hatte, ging es an die Tanke nebenan, einmal volltanken und zurück zum Hotel. Der Wagen lief wieder, so wie es sein muss.

Zurück am Hotel ging es nach dem alle gefrühstückt hatten in die große Halle und Sven gab die Instruktionen für die Ausfahrt. Nebenbei wurde erwähnt, dass es in der letzten Nacht durch die starken Regenfälle zu Erdrutschen gekommen ist und eine Straße überflutet ist. Die Roadbooks wurden verteilt, von den letzten die Teilnehmergebühr einkassiert und beim Ausgang gab es noch einen Beutel mit wichtigen Lebensmitteln, falls man von Weg abkommt und somit nicht verdursten bzw. verhungern muss.

Im Abstand von 90 Sekunden wurden die Teilnehmen auf die Reise geschickt. Wie lang einem plötzlich 90 Sekunden vorkommen, wenn man an der Schranke steht und auf das Startsignal wartet. Martin und ich hatten uns zusammen getan, uns in das Coupe gequetscht und dann ging es los auf die große Tour, wo es die Fahrzeugunterbodenwäsche bei den sparsamen Schwaben um sonst gab.

Wir reihten uns in die Schlange der auf dem Parkplatz wartenden Fahrzeuge an.

Martin gab die ersten Anweisungen und ich folgte ohne Widerworte seinen Anweisungen. Von Winterbach ging nach Rohrbronn weiter nach Hößlinswart. Auf der Streck musste man Ausschau nach einem Kunstwerk halten, weitere 33 Fragen mussten Zwischendurch gelöst werden. Das bedeutet neben den Weg zu finden auch noch die Augen rechts und links der Fahrbahn zu haben. Immer weiter geradeaus über Steinach, Oppelsbohm wo wir einen ganz bestimmten Kreisel finden mussten. Die Fragelautet wie er heißt und aus welchem Land er stammt. Wir kamen an einem Kreisel , der ganz gewöhnlich aussah und wir nichts finden konnten wonach gefragt wurde. Zum Glück gab es an der Stelle einen Obstverkaufsstand, der zwar eine sehr üppige Auswahl hatte, aber bei dem bei diesem Wetter keiner kommt, außer uns. Und wir kaufen keine Erdbeeren, oder Bananen, sondern Fragen die beiden Damen was es sich mit dem Kreisel auf sich hat. Diese waren mit unseren Fragen ein wenig überfordert, konnten uns aber den entscheiden Hinweis geben. Auf die Frage, wie viele W123 Fahrer noch kommen könnten und die gleiche Frage stellen, gaben wir eine ganz ehrliche Antwort, was die Damen nicht gerade begeisterte. Weiter ging es, über Stöckenhof, Murrhardt nach Wadenweiler. Kurz danach mussten wir bei strömenden Regen beim ersten Streckenposten halt machen. Udo forderte mich bei dem Regen auf das Fenster weiter auf zumachen, obwohl es rein regnet. Bei einer lockeren Unterhaltung legte er dann eine Papptafel auf meine Instrumente. Nun soll ich raten, welchen Kilometerstand mein Wagen hat. Je genauer geraten, je mehr Punkte gab es. Wir lagen recht dicht an der tatsächlichen Zahl. Weiter geht es auf dem Parkplatz zur nächsten Sonderprüfung. Mit dem rechten Reifen sollte man an einer bestimmten Stelle über eine Platte fahren, die ein Signal gab. Weiter fuhren wir auf der Straße in Richtung Sechselberg. Von der Landschaft konnten wir nicht viel sehen, alles war Nebel verhangen. So kamen mal wieder die schon längst vergessenen Nebelscheinwerfer zum Einsatz. Wir fanden die im Roadbook aufgelisteten Orte Vorderwestermurr nach Käsbach. Da war nun die kostenlose Unter-bodenwagenwäsche. Ein Bach ist aus seinem vorgesehen Lauf getreten. Das Wasser lief überall hin und die Einheimischen waren an dem Vormittag nicht zu beneiden. Am Waldsee, der durch sein Überlaufen das Chaos weiter talabwärts verursachte, machten wir auf einem sicheren Parkplatz halt. Zur Mittagsrast waren wir etwas zu früh angekommen. Benzingespräche im Regen waren auch nicht so prickelnd, also gingen wir trotzdem ins Restaurant. Etwas früher als geplant führten wir unsere ausgiebige Mittagspause im Restaurant Kulinarium durch.

Während der Mittagsrast hatte der Wettergott ein einsehen mit uns und unseren rost-gefährdeten Vehikeln. Es hatte aufgehört zu regnen und die Sonne machte zaghafte Versuche, durch die Wolkendecke zu dringen. Die Weiterfahrt ging über die „Idyllische Straße" nach Hausen a.d.Rot Die Frage was das besondere der Straße ist konnten wir nur mit einem guten Straßenbelag, schöne Kurven und zwei alten Mercedes-Fahrzeugen, die zum Verkauf standen, beantworten. Es stand ein 230.4 der Baureihe W115 und ein Mercedes W116 zum Verkauf. Ebenso einige andere Fahrzeuge im Schaufenster. Ob einer die Fahrzeuge von unserer Mercedesgruppe gekauft hat, weiß ich nicht, der Zustand war alles andere als gut. Aber immerhin hatte unser Orga-Team solche netten Dinge am Straßenrand eingebaut. Es folgten die Orte Oberrot, Murrhardt, Wolfenbrück, Bartenbach, Jux, Kurzach, Kleinaspach. Diese Straße führte durch eine schöne Waldlandschaft und zum Teil auch über schmale Straßen. Weiter fuhren wir durch die Orte Marbach, Affalterbach, Winnenden, In Winnenden hatten Martin und ich endlich das gefunden, was wir schon den ganzen Tag gesucht hatten.

Martin und ich hatten den ganzen Tag eine Sache im Kopf, nur diejenigen, die die Route ausgearbeitet hatten, hatten an unsere Mission nicht gedacht. Verzweifelt haben auf der ganzen Strecke Ausschau nach einem Blumenladen gehalten. Nichts weit und breit, oder wir wurden immer geschickt drum herum geleitet. Nur an einer Stelle hatten die nicht aufgepasst, und das war auch unsere einzige Chance. Wir fuhren vor einem Konvoi, im Kreisverkehr gleich die Erste wieder heraus, was bei den dahinter Fahrenden zu größter Verwirrung führte, und einer sogar uns bis auf den Parkplatz vom Baumarkt folgte. Dort fragte er uns, welche Prüfungsaufgabe hier zu lösen sei. Als wir Ihn sagten, es gibt keine Prüfungsaufgabe, fragte er was wir den beim Baumarkt wollen. Aber, das war erstmals unsere Angelegenheit, Überraschungen plaudert man nicht so einfach aus. Martin vom Fach, nahm sich die Blumenabteilung vor, und schnell wurde zwischen frischer und abgestandener Ware unterschieden. Vom neu eingestellten Wagen, der noch nicht mal ausgepackt war, wurden die Orchideen runter genommen, alles verschiedene. Übertöpfe wurden ebenfalls vom Fachmann kritisch beäugt und schließlich gab es grünes Licht, welche eingepackt werden. Ab zur Kasse, ich zuckte schon die Geldbörse und der Experte vermisste das Geschenkpapier. Also stand ich allein mit all den Blumen und Töpfen, bezahlte und bat die Kassiererin auf einen Teil der Blumen aufzupassen, denn alle konnte ich nicht auf einmal tragen. Also im Schnellschritt zum Auto, die ersten verstaut und zurück zur Kasse. Als ich die letzen untern Arm hatte kann Martin mit einen riesigen Bündel aus Papier, Folie und Bändern zurück. Er wunderte sich erst über den vermeintlichen Schwund der Pflanzen, aber nachdem ich Ihm alles erklärte, gingen wir beruhigt zum Wagen. Jetzt schlug die große Stunde von Martin, alle Blumen rund ums Auto gestellt, und er machte sich an die herausfordernde Aufgabe, die schönen Blumen in eine noch schöneren Verpackung zu bringen. Es kommt nicht alle Tage vor, was sich dort auf dem Parkplatz abspielte und manch ein Einheimischer schüttelte mit dem Kopf. Die werden uns wohl für verrückt erklärt haben. - nen dicken Mercedes fahren und auf den Parkplatz die Blumen einpacken , die Knete reicht wohl nicht mehr für eine richtigen Blumenladen - wird sich manch einer bei unsere Aktion gedacht haben. Als wir alle Blume schön eingepackt und auf eine Schutzfolie ins Auto geladen hatten, fuhren wir den direkten Weg zum Hotel zurück. Den Schlenker, den die Orga-Crew vorgesehen hatte haben wir einfach so weggelassen. Sehr zur Verwunderung der Crew. An der ersten Ampel waren die plötzlich hinter uns und ließen sich nicht abschütteln. Hinter uns ein kleiner roter Fiat mit Christian am Steuer, dann Sven mit den im noblen und edlen vornehmen Farbton 904 gehalten W123 Kombi. Als wir am Hotel angekommen waren, war gleich seine erste Frage, ob das die Route nach dem Roadbook war, oder ob wir anders gefahren waren. Sicher war sie es nicht. Aber wir sind ja sehr ehrliche Menschen und haben Sven gebeichtet, das wir die schnellste Route gewählt hatten. Aber die Straße war auch nicht schlecht, sie führte in Serpentinen runter nach Winterbach.

Auf dem Hotelparkplatz ging bei vielen das mittlerweilen zur Routine geworden Autopflegeprogramm los. Der eine fuhr noch schnell in die Waschstraße, die anderen machte es mit Eimer auf dem Parkplatz. Schließlich wollten die meisten mit einem glänzenden Wagen in die Bewertung der besten Limousine, des besten Coupes oder des T-Modells ins Rennen gehen. Und was macht der Sven, er kann es nicht lassen, einmal am Tag muss er Schrauben, am liebsten am W123 und sich die Finger schwarz machen. Unser Teilnehmer und Neumitglied Jörg Zielke mit dem gelben Postauto hatte während der Ausfahrt so ein kleines Problem mit der rechten Hinterradbremse bekommen. Der Kolben im Bremssattel war festgegangen und während der Ausfahrt hatten die Bremsklötze ständig geschliffen. Die Folge war, dass auch die Bremsklötze bis auf das nackte Metall runter geschliffen wurden. Sven, Christian, Werner und Volker waren tatkräftig im Einsatz. Sven hatte genau diese Teile bei sich daheim. Also fuhren Werner und Sven geschwind im AMG nach Rutesheim und wieder zurück, während Christian und Volker den anstehenden Bremssatteltausch vorbereiteten. Wir andern führten Benzingespräche, machten uns frisch für die Abendveranstaltung. Nach dem einige vom Orga-Team zum Abendessen geblasen hatten, gingen wir ins Restaurant, währen Sven und Werner noch unterwegs waren. Als die beiden angebraust kamen, wurde der neue Bremssattel und die Klötze wieder eingebaut, die Bremsanlage mit neuer Flüssigkeit befüllt und entlüftet und der Wagen war wieder fahrbereit. Mit etwas Verspätung kamen die 4 Schrauber und Jörg ins Restaurant und bekamen für Ihre Arbeit einen Beifall.

Verschwitzt setzten sich die Mechaniker an die Tische und der gemütliche Teil konnte jetzt richtig beginnen. Nach dem Essen gab es die Siegerehrung für die Fahrzeuge mit den meisten richtigen Antworten, für das schönste Coupe, die schönste Limousine und den schönsten Kombi. Für die weiteste Anreise wurde unser Gast aus Griechenland mit seinem Silberblauen 280E geehrt. Mit einem zusätzlichen Reservekanister im Gepäck kann er am Sonntag die Rückreise nach Griechenland antreten. Die Nacht wurde lang, es gab viel zu erzählen, zu lachen, denn so jung, wie wir an dem Abend waren kommen wir nicht mehr zusammen.

Am Sonntag morgen konnten wir erstmal ausschlafen, und die Sonne war auch wieder da. Nach einem gemeinsamen Frühstück packen die meisten erstmal ihre sieben Sachen in die Tasche bzw. Koffer und verstauten diese in den entsprechenden Kofferraum.

Gegen 10.00 Uhr beginnt die alljährliche Mitgliederversammlung. Jedes Jahr das gleiche Ritual. Der Vorstand berichtet was alles in den letzten 12Monate im Verein passiert ist, und stellte die Programme der Zukunft vor. Sven präsentierte auch einen schönen Rückblick auf die 10 Jahre VFW123 - Vereinsleben. Nach dem alle Punkte besprochen wurden alle Formalitäten ordnungsgemäß eingehalten wurden, konnten wir pünktlich zur Mittagszeit den Raum verlassen. Wir verabschiedeten uns und freuen uns auf ein Wiedersehen im Jahr 11 der VFW123-Geschichte.

Holger und ich machten uns dann im double-six-Konvoi (2 x M110) auf in nördlicher Richtung. Bei schönem Wetter führen wir gemütlich nach Hause. Auf der A81 begegneten wir kurz hinter der Auffahrt Ludwigsburg eim W123 Coupe, Es machte einen sehr gepflegten Eindruck. Die beiden jungen Insassen stauten nicht schlecht, von 2 W123 überholt zu werden und man konnten im Rückspiegel die großen staunenden Augen beobachten. Etwas weiter ebenfalls ein W123 der anderen Sorte, ein Kombi fast matt schwarz mit Totenkopfgehänge am Spiegel. Aber auch er staunte nicht schlecht von uns überholt zu werden. Am Nachmittag wurden die die beiden Sechszylinder in der Garage abgestellt.

An dieser Stelle möchte ich im Namen aller Teilnehmer nochmals allen vom Orga-Team einen Dank aussprechen für dieses wunderschöne Wochenende in der Region um Stuttgart.

Auf Wiedersehen 2010 im Ruhrgebiet