3 Min. Lesezeit
Laufleistung und Historie realistisch einschätzen
Bei einem Fahrzeug, das die durchschnittliche Lebensdauer eines Automobils längst um ein Vielfaches überschritten hat, sagt der Tachostand allein wenig aus. Entscheidend ist, ob die Geschichte des Wagens plausibel ist.
Vorsicht bei auffällig geringen Laufleistungen
Eine niedrige Kilometerzahl ist kein Qualitätsmerkmal, sondern zunächst eine Behauptung. Zurückgedrehte Tachometer sind in dieser Fahrzeugklasse ein bekanntes Problem.
Die vereinseigene Kaufberatung rechnet es vor: Selbst bei nur 500 gefahrenen Kilometern im Monat kommen nach rund 30 Jahren etwa 180.000 Kilometer zusammen. Rechnet man bis heute weiter, liegt eine realistische Laufleistung deutlich darüber.
Standschäden statt Verschleiß
Ein Fahrzeug mit wenig Kilometern hat oft lange gestanden. Das belastet andere Bauteile als das Fahren: Dichtungen, Bremsleitungen, Kraftstoffsystem und Reifen altern unabhängig von der Laufleistung.
Ein regelmäßig bewegter Wagen mit höherem Kilometerstand und lückenloser Wartung ist deshalb häufig die bessere Wahl.
Papiere schlagen Erzählungen
Datenkarte, Scheckheft, Rechnungen und Gutachten sind die belastbaren Belege. Sie zeigen, ob Wartung, Reparaturen und Umbauten zueinander passen.
Ein Hinweis zur Einordnung des Marktes: Viele substanzschwache Fahrzeuge wurden in der Vergangenheit über Exporthändler ins Ausland verkauft. Was heute in Deutschland angeboten wird, ist deshalb häufiger entweder gepflegt – oder ein echtes Projekt.
Fachliche Grundlage: die vereinseigene Kaufberatung Baureihe 123, Version 2.0, erarbeitet von Mitgliedern des Verein für Freunde des W123 e.V.
