Limousine, Coupé, T-Modell und Langversion: Die Baureihe 123 (1976–1986) gilt als einer der haltbarsten Mercedes aller Zeiten. Hier findest du die Fakten.
Herkunft & Design
Als die Baureihe 123 im Januar 1976 debütierte, trat sie ein schweres Erbe an: Sie löste den legendären Strich-Acht (W114/W115) ab, der die obere Mittelklasse von Mercedes-Benz geprägt hatte. Für rund elf Monate liefen Vorgänger und Nachfolger sogar parallel vom Band.
Die zeitlos-sachliche Formensprache entstand in der Stilistik-Abteilung unter Friedrich Geiger; maßgeblich beteiligt war der spätere Chefdesigner Bruno Sacco. Statt eines radikalen Bruchs entwickelten die Gestalter die Markenidentität behutsam weiter – ein Grund, warum der W123 bis heute kaum gealtert wirkt.
Technisch setzte die Baureihe neue Maßstäbe bei Sicherheit, Komfort und Haltbarkeit und führte die Mercedes-Sicherheitsphilosophie konsequent fort. Nach rund 2,7 Millionen gebauten Fahrzeugen endete die Produktion 1986; Nachfolger wurde die Baureihe W124. Bis heute gilt der W123 als einer der haltbarsten Mercedes aller Zeiten.
Die Baureihe in Zahlen
Mit fast 2,7 Millionen Fahrzeugen war die Baureihe 123 die erfolgreichste Mercedes-Modellgeneration ihrer Zeit – über drei Modellpflege-Serien hinweg.
Karosserievarianten
1977 erweiterte Mercedes-Benz die Limousine um drei weitere Aufbauten – darunter der erste werkseitig gebaute Kombi der Markengeschichte.

Das Herzstück der Baureihe und der meistgebaute Vertreter. Solide, zeitlos und Inbegriff des unverwüstlichen Mercedes.

Auf verkürztem Radstand, ohne sichtbare B-Säule – die sportlich-elegante Interpretation der Baureihe für Ästheten.

Der erste werkseitig gebaute Kombi in der Geschichte von Mercedes-Benz – serienmäßig mit Niveauregulierung.
Mit 3.425 mm Radstand und bis zu acht Sitzplätzen – als repräsentativer Raumriese und Basis für Sonderaufbauten.
Motorenpalette
Von der robusten Selbstzünder-Familie OM615/616/617 bis zu den kultivierten Benzinern M102 und M110 – die Baureihe 123 deckte jeden Anspruch ab.
| Modell | Code | Hubraum | Leistung |
|---|---|---|---|
| 200 | M115 / M102 | 1,99 l R4 | 94–109 PS |
| 230 | M115 | 2,31 l R4 | 109 PS |
| 230 EEinspritzer | M102 | 2,30 l R4 | 136 PS |
| 250 | M123 | 2,53 l R6 | 129–140 PS |
| 280 | M110 | 2,75 l R6 | 156 PS |
| 280 EEinspritzer | M110 | 2,75 l R6 | 177–185 PS |
| Modell | Code | Hubraum | Leistung |
|---|---|---|---|
| 200 D | OM615 | 1,99 l R4 | 55–60 PS |
| 220 D | OM615 | 2,20 l R4 | 60 PS |
| 240 Dmeistgebaut | OM616 | 2,40 l R4 | 65–72 PS |
| 300 D | OM617 | 3,00 l R5 | 80–88 PS |
| 300 D TurbodieselTurbo | OM617 A | 3,00 l R5 | 121–125 PS |
Warum Kult
Mit dem T-Modell (S123) präsentierte Mercedes-Benz 1977 den ersten jemals werkseitig gebauten Kombi der Marke – der Vorreiter der modernen Lifestyle-Kombis.
Der OM617 A im 300 D Turbodiesel (ab 1979) war der weltweit erste Turbodiesel in einem Serien-Pkw – ein technischer Meilenstein.
Die Karosserie war auf 16 Jahre Korrosionsschutz ausgelegt, das Fahrwerk auf 300.000 Meilen, der Diesel auf eine Million Kilometer. Taxis mit 500.000–800.000 km sind keine Seltenheit.
Beim London–Sydney-Marathon 1977 über 28.200 km belegten zwei 280 E die Plätze eins und zwei – ein Beweis für Robustheit unter Extrembedingungen.
1980 verdrängte die Baureihe 123 mit über 202.000 Zulassungen kurzzeitig sogar den VW Golf von der Spitze der deutschen Neuzulassungen – eine Seltenheit für die obere Mittelklasse.
Quellen: Wikipedia (Mercedes-Benz W123) u. a., Stand 2026.
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